Geschichte von Chepe

In den wenigen Zeilen, die hier folgen, haben wir die Geschichte von José Francisco genannt Chepe zusammengefasst. Er ist ein Bauer aus der Region San Dionisio (Nicaragua) und hat von Amisol ein Stipendium für eine höhere Ausbildung erhalten. Sein Beispiel zeigt die Bedeutung des Stipendienprojekts, welches Amisol seit 2003 unterstützt.

Nach der 2. Klasse hatte Chepes Vater kein Geld mehr für die Schule. Chepe musste auf dem Feld arbeiten, um seine neun Geschwister zu ernähren. 22 Jahre später erhielt der Kleinbauer und Familienvater durch ein Stipendium von Amisol die Möglichkeit, die 6. Klasse in einem Kurs für Erwachsene abzuschliessen und somit die Primarschule zu beenden.

Heute studiert er im 4. Jahr Agrarwissenschaften und ist als ältester Student Koordinator seiner Klasse. Im Studium hat er seine praktischen Kenntnisse durch die Theorie vertieft, seine Experimentierfreudigkeit entdeckt und spricht dank der Fachsprache nun auf Augenhöhe mit anderen Experten. „Ohne mein Studium wäre ich nicht da, wo ich jetzt bin.“ Weit gebracht hat er es tatsächlich. Als Vorstandsmitglied des nationalen Trinkwasserkomitees schreibt er Projektanträge und verhandelt mit Behörden und Geldgebern. Da dies aber eine ehrenamtliche Tätigkeit ist, meint er: „Ohne Amisol würde ich nicht studieren, denn das Geld reicht gerade, um die Grundbedürfnisse zu decken.“

Und er erzählt die Geschichte seines Freundes Eulogio, der 6 Monate mit ihm studiert hat: „Jedes Mal, wenn er sein Schulgeld bezahlen musste, verkaufte er einen Sack Bohnen. Dazu kamen noch andere Ausgaben wie Transport, Schulunterlagen und Kosten für die Praktika. Als Eulogio merkte, dass er sich zwischen Essen und Studium entscheiden musste, ist er plötzlich von der Universität fern geblieben. Ich habe immer wieder nach meinem Freund Eulogio gefragt. Erst nach eineinhalb Jahren sah ich ihn endlich wieder: ‘Was ist passiert? Weshalb hast du das Studium abgebrochen, ohne mir was zu sagen?’ ‘Schau Chepe, mir war es peinlich, dir zu sagen, dass das Geld einfach nicht mehr ausreicht.’“

„In Nicaragua ist es schwierig für jemanden vom Land, ohne Unterstützung an die Universität zu gehen. Ohne Gotten und Göttis – so nennen wir euch nämlich – beenden wir oft nur gerade die Primarschule. Einige schliessen die Sekundarschule ab – aber dann ist Schluss.“ Deshalb ist Chepe dankbar, dass er unterstützt wird. Er und auch die anderen Stipendienempfänger möchten ihren Teil beitragen: „Wir haben eine einzige Möglichkeit, euch zurückzugeben, was ihr für uns getan habt: Wir erledigen unsere Aufgaben in der Organisation, wir fallen nicht durch die Prüfungen und wir vergessen nie, wer uns unsere Ausbildung ermöglicht hat.“

Die Erfolgsgeschichte von Chepe war auch dank einem monatlichen Betrag von 50 Dollar von Amisol möglich, mit welchem wir diesen bereitwilligen Bauer seit mehreren Jahren unterstützen. Wenn Ihr ähnliche Geschichten ermöglichen möchtet, könnt Ihr das gerne machen, indem Ihr einen Beitrag auf das Postcheckkonto von Amisol überweist:

Amisol Nr. 87-615669-7